Blue Flower

   Wanderführer: Hermann Stadel

Nach der tollen Tour zu den Todtnauer Wasserfällen hatten sich – vielleicht wegen der unsicheren Wetterlage - lediglich 6 Frauen und Männer des SC 1900 zu einer weiteren aussichtsreichen Schwarzwaldwanderung eingefunden.

Von der Kalten Herberge wanderten wir auf dem Mittelweg zum Widiwandereck mit dem Ausblick über Waldau hinweg bis zum Feldberg. Weiter ging es ein Stück an der B500 entlang, die wir am Fernkreuz überquerten. Beim Windrad marschierten wir in nördlicher Richtung über die Fernhöhe am Steinberg vorbei zur Weggabelung am Kohlplatzbildstöckle. Hier hatten wir eine schöne Aussicht auf Neukirch, zur Kaiserebene, zum Brend, Hornkopf und Kandel. Bald darauf folgte auf dem Kohlplatzhaldenweg der Abstieg ins einsame Wagnerstal, wo wir an der Kajetankapelle unsere Mittagsrast hielten. Hier erfuhren wir einiges über die Geschichte der früher in diesen Dobeln stehenden Höfe, dem Kajetanhof und dem Königenhof. Weiter oberhalb kamen wir zu einer Schutzhütte mit Grillplatz, an der eine Tafel an den Standort des ehemaligen Königenhofes erinnert. Im weiteren langen Anstieg über das Königenkreuz und auf einem bewaldeten Bergrücken hinauf kamen wir zum Wegpunkt Geigershäusle mit Blick auf Schauinsland und Feldberg. Von der Fernhöhe machten wir noch einen Abstecher zum Gasthaus Lachenhäusle, das zur Zeit leider geschlossen ist, und marschierten auf dem Westweg zur Kalten Herberge zurück. Obwohl der Himmel fast den ganzen Tag wolkenbedeckt war, hatten wir ideales Wanderwetter, zumal es keinen einzigen Tropfen regnete.

Daten zur Tour: Wegstrecke ca. 14 km, reine Gehzeit ca. 4,5 Stunden.

Zusatzinformationen:

Kajetankapelle: Der Kajetanhof wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen, nur die Kapelle blieb stehen und wurde als Abstellraum genutzt. Der Nähseidenfabrikant Kurt Gütermann, der oberhalb der Hofstatt ein heute noch bestehendes Jagdhaus besaß, ließ die Kapelle nach dem 2. Weltkrieg wieder herrichten, sie wurde am 29. August 1954 neu geweiht.

Königenhof: Er wurde am 24. Februar 1844 gegen Mitternacht von einer Lawine zerstört und nicht wieder aufgebaut. Von den 24 Personen, die sich an diesem Abend in dem Haus aufhielten, starben 17. Auf dem Friedhof von Neukirch steht ein Denkmal mit den Namen der Toten. Am Abend des Unglücks spielte der Königbauer mit fünf Freunden Cego, Warnungen der Frauen hatten sie nicht ernst genommen. Zu dieser Katastrophe wäre es vermutlich nicht gekommen, wenn der Hofbauer den Wald am Hang oberhalb des Hofs nicht abgeholzt hätte. In der Nähe des Ortes, wo die Lawine ihren Ausgangspunkt hatte, steht heute ein Kreuz, das an das Unglück erinnert.