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   Wanderführer: Hermann Stadel

Wegen der guten Wetterlage entschlossen sich 13 Mitglieder des SC 1900 kurzfristig, an diesem Dienstag eine Tour im Alpstein zu unternehmen. Mit dem SC 1900-Vereinsbus und einem Privatwagen fuhren wir über Schaffhausen und St. Gallen nach Brülisau im Appenzellerland (922 m) und konnten schon kurz nach 9 Uhr bei Sonnenschein los marschieren.

Zunächst recht steil durch ein Waldstück, dann über Wiesengelände stiegen wir stetig an bis zum Berggasthaus „Ruhsitz“. Kurz darauf begegneten uns einige Senner in Tracht und mit großen Glocken, die ihre Ziegen und Rinder von der Sommerweide abwärts trieben. Weiter ging es in mäßigem Auf und Ab über das ausgedehnte Almgebiet oberhalb der Alp Soll zu einem Sattel namens „Hüttenböhl“ (1.314 m) und dann hinunter zum Sämtisersee (1.209 m), der im Sommer oft einen niedrigen Wasserstand hat, jetzt allerdings eher wie eine große Pfütze aussah. Trotzdem gefiel uns dieser Platz für unsere Mittagsrast. Danach wanderten wir auf nahezu ebenen Pfaden und Wegen zum Gebiet Appenzeller-Sämtis. An der Alp Streckwees begann der Anstieg in zahlreichen Serpentinen durch den Wald, dann über Almgelände am Chüeboden vorbei zu den Gebäuden der Alp Sigel. Diese Alpgenossenschaft mit einem Weidegebiet zwischen 1550 und 1800 m.ü.M. besteht aus 6 Alprechten (5 privaten und 1 kantonalen). Weil der Almabtrieb dieses Jahr bereits am 24. August stattfand, sahen wir auch hier keine Rinder mehr. In einem weiteren kurzen Aufstieg erreichten wir die „Zahme Gocht“ (1.662 m), wo wir vom Nordgrat der Alp einen prächtigen Ausblick fast über den ganzen Kanton Appenzell-Innerhoden bis über den Bodensee und Alpenrhein hatten. Im Osten blickten wir hinüber zum Kamor und dem Hohen Kasten, im Süden sahen wir Staubern, Staubernkanzel, Hochhüser, Amboss, Kreuzberge und dahinter die Vorarlberger Alpen. Im Westen ging der Blick zu den Widderalpstöcken, zu Hundstein, Altmann und der großen Vielfalt des Säntismassivs. Nach einer ausgedehnten Pause zum Schauen und Fotografieren wanderten wir weglos über die Weiden zur Bergstation der Seilbahn hinunter und fuhren in den Vierergondeln ins Tal zum Standort Pfannenstil hinab. Nach einem Kilometer auf dem Sträßchen hatten wir unsere Fahrzeuge wieder erreicht. Auf dieser alpinen Genusstour bei bestem Wetter waren wir wieder einmal von der Schönheit des Alpsteins mit seinen Almen, Felsen, Gipfeln und Gebirgszügen hell begeistert.

 

Daten zur Tour: Gesamte Anstiege ca. 800 Höhenmeter, Gehzeit ca. 5,5 Stunden.